Die Angst vor Menschen zu sprechen ist weit verbreitet und somit keine Seltenheit, obwohl ich das immer dachte. Weit gefehlt. Es tut gut zu wissen, dass ich nicht alleine bin und dass es doch viele Gleichgesinnte gibt. Insbesondere an diesem Wochenende in Düsseldorf zum internationalen Speakerslam. Aus irgendwelchen Gründen, die ich dir heute nicht mehr sagen kann, habe ich mich wagemutig angemeldet und es ins Finale geschafft. Wer hätte das gedacht. Somit habe ich einen für mich wichtigen Meilenstein gelegt. Wie ich das gemacht habe und wie ich meine Angst vor Menschen zu sprechen überwunden habe, erzähle ich dir in diesem Blog.

Die Bühne

Die Bühne, das Scheinwerferlicht, der Saal gefüllt mit über 200 Top Experten aus verschiedenen Berufsfeldern, die ihre Augen und Ohren auf die Redner und Rednerinnen gerichtet haben.

Die Redner und Rednerinnen stellen sich einer hochkarätig besetzten und renommierten Fachjury, zu welcher beispielsweise Jörg Rositzke, Geschäftsführer von Hamburg 1, Dirk Hildebrand von den Radioexperten, Nicole Schlösser von Lufthansa, Dawid Przybylski von Finest Audience gehören. Echte Kenner der Speakerszene. 67 Speaker und Speakerinnen haben ein Ziel, heute Abend im Nikkohotel in Düsseldorf den Weltrekord zu holen. Der Veranstalter Hermann Scherer unterstützt seine Schützlinge, mit allem was er zu geben hat. Und ich bin so wahnsinnig froh und dankbar, eine von Ihnen zu sein.

Nummer 66

Mein Name ist Katja Propfe, Authentic Coach und Spezialistin für Menschen, die sich nicht mehr verstecken oder weglaufen wollen. Nummer 66 im Wettbewerb. Hermann kommt vor dem Auftritt zu mir, schaut mich an und sagt „Die Nummer 66 ist eine Glückszahl, du schaffst das. Gib alles!“

Angst vor Menschen zu sprechen

Zu diesem Zeitpunkt rauscht an mir alles in Zeitlupe vorbei. Ich mache mir fast in die Hosen, denn ich habe „Angst vor Menschen zu sprechen“. In meiner Erinnerung und aus Erfahrungen weis ich, dass ich einen Blackout bekomme, sobald ich vor einer kleinen Gruppe von nur 5 Personen etwas sagen soll. Wie wird es wohl vor mehr als 200 Menschen sein und dann noch Hunderten oder vielleicht sogar Tausenden vor den Bildschirmen im Wohnzimmer, in Kneipen oder sonst wo auf dieser Welt? Der Speakerslam wird international, weltweit live ausgestrahlt.

Lies hierzu: Angst als dein Freund und Begleiter, Auf, in ein angstfreies Leben! Wie stelle ich mich meinen Ängsten?

Eine Weltpremiere

2 Tage vor dem Speakerslam in Düsseldorf musste ich mich für den Weltrekord qualifizieren, bei der Weltpremiere, dem Silent Speaker Battle, in dem 200 Rednerinnen und Redner jeweils in vierer Gruppen gegeneinander antreten. Beim Silent Speaker Battle hatte das Publikum Kopfhörer auf und konnte sich per Knopfdruck für den Kanal mit ihrem favorisierten Redner entscheiden. Rot, blau, gelb oder grün leuchteten entsprechend am Kopfhörer auf und tauchten den Saal in ein stimmungsvolles Licht.

Auf was habe ich mich nur eingelassen?

Ich erinnere mich das diese Herausforderung eine sehr gute Vorbereitung auf das ist, was während des Weltrekords auf mich zu kommt. Zu diesem Zeitpunkt bin ich alles andere als begeistert, denn mir geht jetzt schon mein Ar*** auf Grundeis. Dieses Battle ist eine Premiere und hat so bisher weder in New York, Wien oder Stuttgart statt gefunden. Null Vorbereitungszeit, keine Zeit zum Verschnaufen oder groß darüber nach zu denken. Stattdessen: „Shit, ich brauch einen Vortrag, komprimiert auf drei Minuten und das mit dem Herz in der Hose. Auf was habe ich mich da bloß eingelassen!?“

Enjoy!

Scherer sagt dazu nur: „Enjoy!“ Und freut sich auf das Mega – Event. Ich denke mir: „Leck mich doch am Ar***!“ 🙂

Soviel zu meinem Gefühlszustand.

Verzweiflung und planlos

Ok, tief durchatmen, es ist eine wunderbare Herausforderung, die mich an meine Grenzen bringt. Schon jetzt spüre ich, dass ich schon heute Abend über mich hinauswachsen werde. Ich spüre Angst und ein bisschen Verzweiflung, weil ich echt kein Plan habe, was ich vortragen soll, um mich für den Weltrekord zu qualifizieren, und noch dazu in nur drei Minuten. Kopfzerbrechen, schweiß nasse Hände und ein Völlegefühl in der Magengegend. Erste Zweifel und Mindfucks tauchen auf. „Mein innerer Schweinehund darf jetzt nicht Kontrolle übernehmen!“

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Stell dir richtigen Fragen!?

Ich fange an mir konstruktive Fragen zu stellen.

Was ist das positive an dieser Situation? Was gibt mir diese Situation? Was gebe ich der Situation und vor allem den Menschen?“ Und Bäääähhhmmmm …. !!!! Das ist die richtige Frage, nun kann ich runter fahren, mich besinnen, mein Denken neu ausrichten, den Fokus auf das Wesentliche lenken und weiter tief durchatmen.

Da ich weniger als eine Stunde Zeit habe, bis zum Start des Battles, versuche ich es recht locker zu nehmen und nutze die Pause, um etwas in den Magen zu bekommen, etwas zu trinken und meinen Fokus neu auszurichten. Das scheint mir zunächst als das Beste, denn mit knurrendem Magen und Durst lässt sich kein guter Vortrag halten. Während dieser kurzen Auszeit überlege ich mir, wie ich weiter vorgehe, was ich in den drei Minuten Battle präsentieren möchte und auf was es mir persönlich ankommt.

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Was macht Sinn und was nicht?

Das Battle beginnt!

Es ist soweit. Vier weitere Experten und Ich betreten gemeinsam die Bühne, die Uhr beginnt runter zu laufen, das Publikum schaut erwartungsvoll auf die Redner und Rednerinnen, klicken an ihren Kopfhören herum, hören den verschiedenen Rednern/innen zu, um sich dann für eine Farbe zu entscheiden. Für mich fühlt sich das alles recht unwirklich an und es scheint, als wäre ich in einer Seifenblase. Die Töne sind dumpf, es läuft alles wie in Zeitlupe ab und irgendwie bin ich nicht so wirklich hier. Beim Silent Speaker Battle habe ich das Gefühl gegen die Wand, ins Nichts zu reden. Die Menschen sitzen vor mir, keine passende Reaktion, ein Teil schaut in die andere Richtung, ein paar verziehen das Gesicht und fangen an zu lachen, wo es gar nichts zu lachen gibt. Zumindest nicht in meinem Vortrag, an dieser Stelle. Mein Gefühl sagt mir, die Zuhörer sind auf einem ganz anderen Kanal und obwohl verschiedenen Farben im Raum und auf den Köpfen der Zuhörer leuchten, nehme ich sie nicht wahr.

„Einfach machen“

Während dieses Battles beginnen die Zuhörer Sport zu machen und irgendwelche Handübungen auszuführen. Dabei beinhaltet meine Rede nichts von alledem. Am liebsten würde ich mich gerade in Luft auslösen. Was passiert, wenn diese Seifenblase platzt? Meine Nerven werden auf eine harte Probe gestellt und meine innere Balance sucht die goldene Mitte. Doch ein Impuls tief aus meiner Mitte, lässt mich weiter irgendwie mein Ding machen. Sie sagt: „Ist doch scheiß egal, gib dein Bestes!“ Nun schalte ich komplett ab und zieh die Sache durch. Es spielt für mich Sekunde für Sekunde immer weniger eine Rolle wie gut oder wie schlecht es ist. Ich denke: „MACHEN!“

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Das Adrenalin betäubt meine Sinne, macht mich blind und manövriert mich in einen Tunnel. Ich spüre die Schweißperlen auf der Stirn, mein Körper ist nur eine fluffige Masse, doch eine die steht. In Zeitlupe nehme ich meinen Atem wahr und „bin“ einfach. Ich weis nicht wie mir geschieht und es spielt auch keine Rolle, denn wichtig ist hier zu sein, genau hier und mein Bestes zu geben. Mein Thema „Authentisch macht glücklich“ zu präsentieren erfüllt mich und ich bin glücklich und dankbar für diese Möglichkeit.

Nichts ist so, wie es scheint

Mir kommen die 3 Minuten Redezeit wie eine halbe Stunde vor, ja wie in Zeitlupe vergeht Sekunde für Sekunde auf dem Bildschirm vor mir. Mein Vortrag, der wohl mehr schlecht als Recht ist, kommt jedoch gar nicht so schlecht an, wie ich geglaubt habe. Positives Feedback und doch Menschen, die mir zugehört haben. Am Ende dieses langen, aufregenden Tages, um circa Null Uhr, gehöre ich zu den Finalisten und Finalistinnen und Hermann Scherer überreicht den 67 Gewinnern den Excellence Award.

Heute Abend ist mir klar geworden, das es völlig egal ist, wie viele Menschen mir zuhören. Wenn ich nur eine einzige Person erreiche, sie berühren kann, abholen kann, unterstützen kann, ihr etwas geben kann, ist mein Auftrag, mein Anliegen, mein Herzenswunsch erfüllt.

K.O., aber glücklich

Puuuh, das ist krass, große Erkenntnis, mein erster Award, mein erster großer Auftritt und ein riesen Schritt aus der Komfortzone. Ich bin K.O., durchgeschwitzt bis auf die Zehen, aber glücklich.

Es war für mich trotz Aufregung, Anspannung und verzweifelten Momenten unheimlich wertvoll und ich bin voller Freude. An diesem Abend sind über 200 Top Experten aus ihrer Komfortzone getreten, mit ihren individuellen Themen, um einen Meilenstein im eigenen Leben, in ihrer Speaker- und der Weltgeschichte zu setzen. Es ist grandios. Jeder einzelne von Ihnen will dieser Welt etwas zurück geben, etwas bewegen und hinterlassen und ich finde, nur darauf kommt es an. Ich bin sehr erfüllt und froh, Teil dieser wunderbaren Gemeinschaft zu sein, in der sich einer für den anderen einsetzt und gegenseitige Unterstützung eine Selbstverständlichkeit ist.

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Gute Vorbereitung ist die halbe Miete

Es ist nicht nur eine gute Vorbereitung auf das was am Samstag auf die Finalisten und Finalistinnen wartet, sondern auch fürs Leben.

Diese wunderbaren Menschen haben mich erinnert, um was es im Leben wirklich geht. Wir stehen zwar alle in einem Wettkampf, doch ohne den anderen, sind wir NICHTS. Durch die Unterstützung so vieler, einzigartiger Menschen konnte ich meine Angst vor Menschen zu sprechen überwinden. Dafür bin ich sehr dankbar.

Auf ins nächste Abenteuer

Schnitt. Samstag Abend. Die Nacht des internationalen Speakerslam.

Zeit meine Angst vor Menschen zu sprechen ein weiteres Mal zu durchbrechen. Heute ist der Abend der Abende.

Es ist soweit. Bühne frei für 67 Redner und Rednerinnen aus 17 Nationen zum internationalen Speakerslam in Düsseldorf. Ich habe die Nummer 66 und wohl einen sehr angespannten, aufregenden Abend vor mir. Eine halbe Stunde bevor ich die Bühne betrete, werde ich von einer Visagistin noch etwas zurecht gemacht. Es war ein langer Tag und eine langer Abend. Doch die grösste Herausforderung und wohl härteste Prüfung in diesen Tagen steht noch bevor. Auf dem Weg zur Bühne treffe ich noch Ronald. Mit ihm habe ich die letzten Tage sehr gute Gespräche führen können und es hat sehr viel Spass gemacht sich auszutauschen und zu inspirieren. Während mir das Mikrofon an gekabelt wird, schaut er mich an und sagt: „Du rockst das Ding! Viel Glück!“

Rene Borbonus sagt: „Nervosität ist kein Grund nervös zu werden!“

In dem Bereich hinter der Bühne laufe ich hoch und runter, hüpfe ein bisschen durch die Gegend und konzentriere mich auf meine Atmung. Immer wieder fragt mein innerer Zweifler „Wie willst du es machen? Was ist, wenn es schief geht? Ein Blackout, ich kippe um, ich verhaspel mich oder fange an zu stottern. Absoluter Mindfuck macht sich in meinem Kopf breit und irgendwelche Hirngespinste spuken in meinem Kopf herum.

STOPP!!!

RUHE!!!“

Denn nur so kann ich die Antwort hören ….

Ich mache es so, wie ich es mein ganzes Leben gemacht habe. Denn das tägliche Leben ist eine Bühne, ein Theaterstück, in denen ich verschiedene Rollen einnehme. Manche besser, andere schlechter, doch am Ende habe ich immer über mich selbst gesiegt, sonst wäre ich heute nicht hier und Teil dieses grossartigen Projektes! Also Katja, rock das Ding!“

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Lets go

Noch vor wenigen Sekunden habe ich mir vor Angst in die Hose gemacht und jetzt: What the fuck!!! Leck mich am Arsch, ich machs trotzdem!!!

Noch immer wende ich meine Atemtechnik an und eine Schattenmethode, die ich für diesen Moment kreiert habe. Es ist eine spezielle Methode, um die Angst vor öffentlichen Auftritten oder Angst vor Menschen zu sprechen zu überwinden. Es funktioniert ganz gut. Ich komme zu mir, bleibe bei mir, finde meinen Fokus und warte bis der Gong ertönt, der mich anhält die Bühne zu betreten. Gegen 23:20 Uhr nimmt Hermann Scherer das Mikrofon und kündigt meine Wenigkeit an. Es ist soweit: Lets go.

Die Angst vor Menschen zu sprechen  ist überwunden

Die kommenden fünf Minuten verfliegen und ich halte meinen Vortrag, als hätte ich es schon einige Male gemacht. Es ist alles gut gegangen, gegen Ende ist mir ein wenig die Zeit ausgegangen, doch das hat kaum jemand direkt mit bekommen. Auf die letzte Sekunde, bevor das Mikrofon kompromisslos abgeschalten wird, habe ich mein Thema „Authentisch macht glücklich“ beenden können. Das Publikum gibt tobenden Applaus. Ich bin von mir selbst beeindruckt und kann das auch gern annehmen. Der Weltrekord ist geschafft und ich bin sehr erfüllt, glücklich und zufrieden, Teil eines solch wertvollen Projektes zu sein.

Alle 67 Weltrekordhalter sind Gewinner und Sieger der Herzen. Meinen Glückwunsch auch nochmal an die offiziellen Sieger dieses Wettbewerbs und einen fetten Dankesgruss an Hermann Scherer und sein fantastisches Team, die sich so gut um uns gekümmert haben.

Ich habe so viele unglaublich liebenswerte Menschen kennen gelernt, jeder Einzelne ein Experte auf seinem Gebiet. Soviel Wissen und Leidenschaft in einem Raum, an einem Abend, einfach genial. Ich sage nur: DANKE,DANKE,DANKE !!!

„Danke!“

Impulse von aussen helfen dabei, sich selbst zu finden

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Einige Tage später

Eine Erfahrung der letzten Tage ist, dass wir Menschen uns so oft in unserem Selbstbild täuschen, unseren negativen Glaubenssätzen glauben schenken, ohne zu hinterfragen, ob es eine Lüge sein könnte. Eine Lüge, die wir uns selbst erzählen und nicht ehrlich reflektieren. Wir sind in unserer kleinen Welt gefangen und brauchen hin und wieder einmal Anstösse und Impulse von aussen, um uns selbst zu finden und zu entdecken.

„Wenn du einer Person gegenüber stehst und du siehst den Glauben an dich in ihren Augen, glaube ihr, nur für einen Moment und du wirst deinen eigenen Mut finden.“ (Katja Propfe)

Trau dich, kenne dein Warum und dein Wozu, erinnere dich an dich, sei dankbar für solch einen wunderbaren Moment und umarme ihn.

Wenn du in deine Angst zu deinem Helfer machen willst, über dich hinauswachsen und deine PS auf die Strasse bringen willst, dann melde dich bei mir und schreibe dich in der Authentic Area ein.

WEIL AUTHENTISCH GLÜCKLICH MACHT

Herzlichst eure Katja ♥

 

Hier das Video zu meinem Auftritt beim Speakerslam: