„Stell dich mutig deinen Ängsten.“

Fast alle Menschen stecken voller Ängste, die schon sehr alt sind. Diese Ängste stammen aus unserer Kindheit.

„Das Kind in uns und das, was wir waren, hat eine Menge Ängste erzeugt, durch seine Gedanken.“

Wir hören dies an Aussagen wie:

„Es könnte passieren, dass …“, „Ich könnte ausgegrenzt werden.“, „Ich verliere Aufmerksamkeit.“, „Ich könnte verlassen werden.“, „Ich könnte einen Menschen verlieren.“, „Ich könnte bestraft werden.“, „Ich bin nicht gut genug.“, „Mein Bruder oder meine Schwester bekommt mehr Liebe, mehr Aufmerksamkeit. Ich muss mich anstrengen, um… !“. Oder: „Wenn ich etwas sage, dann …!“

Diese Ängste steuern uns heute noch als erwachsene Person. Sie sind gespeichert und verursachen ein Gefühl von Enge. Angst erzeugt Ohnmacht und Ohnmacht erzeugt Wut. Das ist eine Gefühlskette, die wir selbst erzeugt und genährt haben durch unsere Erfahrungen und Erlebnisse.

Ich möchte euch einladen, euch mutig euren Ängsten zu stellen.

Denn da wo die Angst ist, da ist noch keine Liebe. Und hinter der Angst wartet das, was wir uns wünschen. Liebe, Frieden, Freude, Fülle, Vertrauen und Freiheit.

Die Liebe ist das Mittel, um deine Angst anzunehmen und in Freude zu verwandeln. Und unser Mut hilft uns dabei.

Näheres hierzu in meinem Blog: Mut ist der Zauber deiner Seele

Was ist Angst?

Kurz erklärt:

Vergleichen wir die Angst mit der Dunkelheit, im Verhältnis Dunkelheit und Licht.

→ Angst entspricht der Dunkelheit und Liebe entspricht dem Licht.

→ Angst ist ein Ort der Dunkelheit. Liebe ist ein Ort des Lichtes.

Jedes Licht erhellt die Dunkelheit, doch die Dunkelheit kann das Licht nicht löschen.

Ein Beispiel:

Wir zünden in einen dunklen Raum eine Kerze an, somit wird der Raum hell.

Nun die Kehrseite.

Es ist draußen dunkel und drinnen, im Raum haben wir das Licht an. Öffnen wir nun das Fenster, bleibt es im Zimmer trotzdem hell. Das Licht schluckt die Dunkelheit.

Das Licht siegt über das Dunkel.

Genauso kann es mit unserer Angst sein. In dem wir mutig sind und „Licht ins Dunkel“ bringen, und uns unseren Ängsten stellen, wird das Unsichtbare sichtbar und kann nachvollzogen werden. Auf diese Weise schwindet die Angst, wir öffnen uns und werden freier sowie unabhängiger. Durch Mut und Selbstvertrauen erlangen wir innere Stärke, Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit.

Unsere Gedanken- und Gefühlswelt sowie unsere inneren Verstrickungen und Konflikte lösen sich mehr und mehr auf. Umso bewusster wir mit uns umgehen, mehr über uns selbst lernen, nachvollziehen und verstehen können, desto lebendiger werden wir. Umso lebendiger wir werden, desto mehr Fülle tritt in unser Leben. Die Sicht auf sich selbst und das eigene Leben verändert sich. Verständnis und Mitgefühl entwickeln sich mehr und mehr. Ich behaupte, dass wir darin unser wirkliches Glück, unseren Frieden und unsere Freiheit finden. In alledem steckt die (Be-) Achtung von uns Selbst und die Liebe zum Leben. Die Transformation der eigenen Persönlichkeit spiegelt sich im privaten sowie beruflichen Beziehungen wieder.

Ist es nicht wünschenswert, selbst zu entscheiden wann und wo wir in die Angst gehen?

In der heutigen Zeit sind wir immer öfter Veränderungen am Arbeitsplatz, in der Partnerschaft, durch Wohnungswechsel und dem entsprechenden Veränderungen im Umfeld ausgesetzt, ohne das wir das wirklich wollen. In diesen Situationen kochen die manifestierten und erlernten Ängste hoch, es wird eine Stresssituation ausgelöst. Oft spüren wir das sogar schon bei kleinsten Veränderungen. In Zeiten des Umbruchs, der Orientierung, der Unsicherheit werden wir auf die Probe gestellt. Haben wir doch bisher alles im Griff gehabt und gekonnt unsere alten Verhaltensautobahnen anwenden und kompensieren können, wird dies nun zunehmend schwieriger. Heute sind wir mit dieser Einstellung nicht mehr am Puls der Zeit. Oft sind wir überfordert und fühlen uns überrannt und kommen schnell aus der Puste. Alte Glaubenssätze wie: „Das habe ich schon immer so gemacht“ oder „Ich muss noch mehr Leistung bringen, um diese Position zu halten oder zu bekommen!“, „Ich brauche diesen Job, um meine Miete zu bezahlen!“ erheben Einspruch.

Die stetigen Veränderungen „zwingen“ uns so zusagen in die Angst hineinzuschauen und einen Schritt aus der Komfortzone zu wagen. Oft ganz unvorbereitet. Die Folge, wir blockieren, leiden an partiellen Gehirnausfall oder landen in der Perfektionismus-Falle. Das kann zu Panik führen und zu weiteren Verdrängungsmechanismen. Noch mehr Stress und Unzufriedenheit ist die Folge. Doch ist es nicht wünschenswert, selbst zu entscheiden wann und wo wir uns den Herausforderungen des Lebens stellen? Die meisten Menschen finden erst ins Handeln, wenn die Unzufriedenheit sehr groß ist und die meisten Optionen verbrannt sind. Macht es nicht mehr Sinn, aktiv Stress zu regulieren und uns schon vorher mit unserer Angst auseinanderzusetzen? Um bewusst, wenn es soweit ist, Entscheidungen treffen zu können, ohne das uns gleich alles um die Ohren fliegt?

Beispiele

„Ich habe Angst, dass ich meinen Job verliere!“

„Es fällt mir schwer „Nein“ zu sagen!“

„Immer wieder finde ich mich in den gleichen Beziehungen wieder!“

„Mein Team tanzt mir auf der Nasen herum!“

„Ich muss noch mehr Leistung bringen, um die Beförderung zu erhalten!“

„Ich habe keine Lust mehr, aber ich trau mich nicht!“

„Es macht mir keinen Spaß, aber ich muss!“

Hinter der Angst wartet Wachstum und Vertrauen

Durch unsere Angst erkennen wir unsere blinden Flecken, sprich unsere verborgenen Anteile, welche sich im dunkeln befinden. Zugleich verbirgt sich hinter der Angst die Herausforderung unseres wahren, echten mitgegebenen Potentials. Unabhängig von dem was uns bei gebracht wurde, übertragen wurde, wir übernommen haben und dem, wie wir uns vermeintlich selbst sehen, finden wir nur in uns selbst das, was wir suchen. Nur so erfahren wir wirkliches Wachstum und Ent(-)wicklung sowie Befreiung aus alten Ketten. Mit dem Mut, sich selbst zu erkennen, finden wir zu unserer Stärke, fassen Vertrauen und kommen in unsere wahre Größe. Denn davor haben wir im Grunde die meiste Angst.

Sind wir uns über unsere wahre Größe tatsächlich bewusst?

Die Unbewusstheit, mit der wir durchs Leben gehen, ist in Wirklichkeit der Grund unserer Unzufriedenheit, unserer Wut, unserer Ohnmacht, unserem Groll und unserer Traurigkeit.

Passend hierzu folgende Blogartikel:

  1. Minderwertigkeitsgefühle
  2. Schmerz ist unvermeidlich

Es gibt viele Formen von Ängsten

Angst äussert sich in vielfältiger Form. Es gibt vielerlei Ängste, beispielsweise Platzangst, soziale Phobien oder wir befürchten negative Ereignisse. Doch wenn sie unterdrückt wird, führt diese oft zu Panik. Darunter leiden sehr viele Menschen. Du wachst nachts auf und bist ohnmächtig, schweissgebadet, zitterst und denkst dir „was für eine Sche…. !“

„Lass dir eins sagen, kein Mensch kann dir helfen, das kannst nur du selbst. In dem du diese Gefühle zunächst einmal annimmst, als etwas, das du erschaffen hast.“

Dieses erzeugt wieder andere Gefühle. Doch die Angst wartet auf deine Zuwendung. Sag „Ja“ zu deiner Angst, sie darf da sein. Fühle sie. Sie ist ein Teil von dir.

Und:

„Hör auf Angst vor der Angst zu haben. Das oft kleine verletzte ohnmächtige Kind in dir will gefühlt werden. Du kannst es heilen. Nimm es an.“

Bring Licht ins Dunkel!

Das ist der erste wichtige Schritt.

Verstehe die Angst …

Unsere Angst hat immer einen Auslöser und weckt das Gefühl von Enge und Kleinheit. Diese Reaktion ist ein altes Gefühl, welches in uns tief verankert ist. In der Geschichte des Menschen hat die Angst eine lange Tradition. Sie gehört zu den archaischen Gefühlen, also zu den Gefühlen, die sowohl in der Entwicklung eines einzelnen Menschen (Erfahrungen) als auch in der Entwicklung der Menschheit zu den frühesten gehören. Für unsere Vorfahren, die Urmenschen war die Angst überlebenswichtig. Auf der Jagd in den Wäldern und Savannen war dieser Instinkt unerlässlich, sobald ein fremder Duft, eine Bewegung in den Büschen, ein unbekanntes Geräusch wahrgenommen wurde, riefen diese Signale Angst und somit Stress hervor. Es hätte schließlich ein Raubtier sein können, das sein Leben bedrohte. Diese Stresssituationen kennen wir alle aus z.Bsp. brenzligen Situationen im Straßenverkehr, oft von der Autobahn oder wenn die Ampel plötzlich auf rot umschaltet. Hier mobilisieren wir die Kräfte des Urmenschen und haben so eine erhöhte Aufmerksamkeit und Wahrnehmung. Angst ist auch hier, genauso wie damals, das Gefühl, das den beginnenden Stress begleitet und anregt, sich einer möglicherweise bedrohlichen Situation zu stellen. Es schützt uns vor Gefahren und bereitet unseren Körper auf Kampf oder Flucht vor. Was in der Evolution nützlich war, kann uns auch heute noch dienen. Die Natur hat im Laufe des Entwicklungsprozesses für Situationen, in denen nicht viel Zeit bleibt zum überlegen oder schlaue Strategien zu entwickeln, dem Menschen und den Tieren ein Zentrum in unserem Gehirn erschaffen. Dieses nennt sich das limbische System und ist gleichzeitig Sitz unserer Gefühlswelt. Es ist nichts schlimmes daran, Angst zu haben, wir brauchen sie sogar. Sie ist im Grunde unser Freund, unser Beschützer, unser Begleiter. Sie gehört zu uns.

Angst/Stress eine großartige Erfindung

Im Grunde ist Stress eine großartige Erfindung. Weil in einer Angst bzw. Stresssituation unser Körper einen Hormoncocktail produziert, welcher den Zweck hat, die letzten Reserven unseres Körpers zu mobilisieren, damit er eine bedrohliche Situation übersteht. „Bei den Urmenschen war es eine Notfallreaktion. Es ist eine Stressreaktion, welche schon vielen Menschen das Leben gerettet und geholfen hat, kritische Phasen und Situationen zu überstehen.“ (Zitat aus: Hüther 1998, S. 22)

Die Stressfähigkeiten verschiedener Lebewesen bildete sich weiter. Es wurde nicht mehr nur der Körper mobilisiert sondern auch das Gehirn. Dadurch konnte es sich nach und nach differenzierter ausbilden.

Heute sind wir in der Lage, unsere Angst zu erkennen, unsere Reaktionen, welche uns in eine Sackgasse führen, aufzuspüren, und die jeweiligen Verschaltungen in unseren Gehirn sowie Verhalten zu korrigieren bzw. zu verändern.

Verlauf einer Angst- Stress Reaktion:

1. Auslöser

2. Angst als Initialgefühl des Stresses

3. Handlung zur Bewältigung der Situationen

4. Verwandlung der Angst

Symptome der Angst

Körperlichen Reaktionen

– der Puls steigt

– die Atmung wird tiefer und schneller bis zur Schnappatmung

– Hitzewallungen – der Schweiss treibt aus allen Poren

– das Gefühl unser Hals, unsere Kehle schnürt sich zu – Enge

– Starre, Steifheit, Unruhe, wir sind schreckhaft, Angespanntheit

– Harndrang

– bleiches Gesicht

Ums so heftiger unser Körper reagiert, desto mehr kann das zu Panik führen und sich zu einer Störung entwickeln. Doch dieser Entwicklung können wir vorbeugen. Diese Symptome sind zunächst nicht schlimm und völlig normal. Diese Begleiterscheinungen sind für uns jedoch nicht einzuschätzen und wir interpretieren diese als „krank“ und „anormal“, als „Belastung“. Wir fürchten uns vor der Angst und dem daraus resultierenden Stress. Dadurch verstärken sich die Symptome nochmals. Hieraus können sich, wie oben erwähnt, Phobien entwickeln, welche unsere Lebensqualität stark einschränken.

Zu den körperlichen Symptomen gesellen sich noch psychische Faktoren:

– negative Gedanken und Gefühle, „Es wird etwas schlimmes passieren!“, „Ich werden sie/ihn verlieren, dann bin ich ganz allein!“, „Mein Leben wird schlimmer sein als jemals zuvor!“, „Ich finde nie wieder einen Job!“, „Es wird schief gehen!“, „Ich kann das nicht!“, „Was soll dann nur werden?“, „Das ist gefährlich!“ ect.

– Ohnmacht, Unzufriedenheit, Ärger, Wut, Groll, Enge, Beklemmung, Unruhe, Ungeduld

– partieller Gehirnausfall 🙂 – durch selbst erzeugten Druck, Emotionsüberflutung – Konzentrationsmangel, Kopf leer

– Gedächtnisstörung – Erinnerung, Wahrnehmung, Zuhören – Blackout

Mentale Auswirkung:

– wir engen uns geistig ein

– sind blockiert

– unkreativ

– grübeln

– Gedanken und Gefühlskonstrukt

– wir malen uns die wildesten Katastrophen aus (hier sind wir besonders kreativ)

– wir verurteilen, bewerten, beschuldigen, reglementieren, überfordern, verleugnen uns selbst und andere, missachten und ziehen uns zurück

– unsere Stärken werden zu Schwächen – unser Schatten holt uns ein

– Wir fallen in die Opferhaltung „Wieso ich? Das ist gemein! Ich schaffe das nicht.“

– „Ich kann nichts dafür!“

– wir fühlen uns machtlos – ohnmächtig, hilflos, ausgebremst

– Starrheit – „Ich beharre auf meiner Meinung!“, „Es ist so, wie es ist!“

– Ego – Trip

– Durchhalteschleife – „Ich muss … !“, „Ich darf nicht … !“

An unseremVerhalten und unserer Motorik erkennen wir ebenso den Zustand der Angst.

– Hektik/Unruhe

– Planlosigkeit

– Perfektionismus, verlieren im Detail, ungutes Zeitmanagement

– wir sind gereizt, unsicher, verkrampft, starr

– Fehler – und Mangel orientiert

– angespannt

– wir opfern uns auf und begeben uns in die Opferrolle

– wir ziehen uns zurück

– Angriff/Kampf oder Flucht mit uns und anderen – Widerstand

– unsere Extremitäten sind unruhig Fingertrommeln, Fusswippen usw.

– Flucht in Krankheit z. B. Kopfweh, Schwindel, Schwäche, Rücken

Das Gefühl der Angst hat uns im Griff. Doch mit diesen Kompensationsmechanismen und Mitteln unterdrücken wir unsere Angst und somit die von uns selbst erzeugten Gefühle. Sind wir in diesem Karussell für längere Zeit gefangen, finden keinen Stoppschalter, kann das enorme Konsequenzen haben.

Folgen der Angst:

– Frust-Essen – Übergewicht

– Missbrauch von Genussmittel zum Beispiel: Alkohol, Drogen

– Medikamentenmissbrauch

– Spielsucht

– soziale Ausgrenzung, Vereinsamung, Verbittertheit

– Phobien (Angststörungen) und Zwänge

– Depression

– Schlafstörungen z. B. Einschlafstörung oder Durchschlafstörung

– Rückenproblemen z. B. Bandscheiben, Muskelverspannung, Hüfte

– chron. Entzündungen z. B. Arthritis, chron. Darmerkrankung

– Bluthochdruck

– Herz – Gefässerkrankungen z. B. Arterios Sklerose, Herzinfarkt

– Stoffwechselerkrankungen z.B. Diabetes

– Hauterkrankungen – z.B. Hautausschlag, trockene Haut, Neurodermitis

– Störung des Verdauungstraktes z. B. Wiederkehrende Magenprobleme, Blähungen, Durchfall, Verstopfung bis zum Verschluss

Unser Körper macht sich bemerkbar wenn wir die Angst, den Stress und psychischen Herausforderungen immer wieder missachten. Sind wir psychisch angeschlagen, werden wir öfter krank und fühlen uns kraft – sowie hilflos. Dauerstress ist ungesund für Geist, Körper und Seele. Chronische Erkrankungen sind die Folge.

Ich möchte euch dazu einladen auf euren Körper zu achten, ihn wahrzunehmen und ernst zu nehmen. Angst begleitet in der Anfangsphase den Stress und wird zumeist als akuter Stress erlebt und zeigt die gleichen Symptome wie dieser. Wenn in uns ein Gefühl von Angst aufsteigt, ist unser Körper in Alarmbereitschaft und mobilisiert alle möglichen Kraftreserven.

Die Angst kauert oft unter der Oberfläche.

In alltäglichen Situationen registrieren wir unterschwellig das Gefühl von Angst, wir nehmen es nicht bewusst wahr. Das führt oft zu Konflikten im Außen, weil wir etwas anders reagieren als sonst. Wir sind gestresst, gereizt, unruhig, verärgert, ohnmächtig, fühlen uns hilflos. Und dann ist da noch unser Ego, welches natürlich gewillt ist, die Angst unsichtbar zu machen, sogar zu verdrängen. „Ich bin stark!“, „Ich schaffe das!“, „Ich habe keine Angst!“, „Stell dich nicht so an!“, „Das schafft doch jeder!“, „Ich bin doch keine Flasche!“, „Ein Indianer kennt keinen Schmerz!“

oder Aussagen wie:

„Mir schnürt es die Kehle zusammen.“

„In der Situation ist mir anders geworden!“

„Mein Magen hat sich umgedreht!“

„Mir ist ganz schwindelig!“

„Mir ist ganz flau oder mulmig!“

oder:

„Ich bin mir nicht sicher!“

„Das muss perfekt sein!“

„Das ist gefährlich!“

„Wir müssen aufpassen, das … !“

„Das geht nicht, weil … !“

„Es ist nicht der perfekte Zeitpunkt, der richtige Ort, die richtigen Menschen!“

„Ich bin nicht gut vorbereitet, ich brauche noch …. !“

Was führt zu Angst und was passiert in uns?

Es braucht nicht viel um ein Angstgefühl auszulösen. Sobald uns etwas an eine Situation, an ein Ereignis aus der Kindheit erinnert, welches Angst/Furcht/Stress ausgelöst hat und wir das Gefühl hatten hilflos zu sein, springt unser Angstsystem/Alarmsystem an. Wir verknüpfen auf subjektive Weise das Jetzt mit dem Erlebten und bewerten es mit dem gleichen Gefühl. Wir gehen in Widerstand mit dem heutigen Ereignis und können nicht aus unserer Haut. Automatisch reagieren wir mit der erlernten Verknüpfung/Erinnerung, dem entsprechenden Denk- und Verhaltensmuster. Hier dürfen wir unsere veralteten Überzeugungen anschauen. Wir bewerten unbewusst. Unser Gehirn gleicht alle Daten, welche in uns gespeichert sind mit der Situation, den Menschen, dem Gesagten, der Körperhaltung ab. Unsere Reaktion ist nun Flucht oder Kampf. Stresssituationen verursachen nun das Gefühl der Hilflosigkeit, der Enge, der Ohnmacht, dem Ärger, Wut, Groll.

Vielleicht werden wir aufmüpfig, beleidigend oder sogar abwertend. Die Angst hat uns voll am Schlafittchen. Wir rennen weg vor unseren eigenen Gefühlen, weil wir Angst vor ihnen haben. Wir geben Verantwortung ab, anstatt selbst die Führung zu übernehmen. Die Angst vor der Angst verursacht noch mehr Stress. Bei vielen Menschen ist das schon zur Realität geworden. Aussagen wie „Angriff ist die beste Verteidigung!“ oder „Ich musste flüchten!“ und „Ich konnte nicht anders!“ verdeutlichen unser Verhalten. Auch der Satz „Ich bin wütend auf dich und könnte dir eine rein hauen … !“ beinhaltet Angst. Angst vor sich selbst und dem Aufdecken und Erkennen seiner selbst.

Nur durch Bewusstsein können wir einen Perspektivwechsel vornehmen und uns von unserer Angst lösen und Stress bewältigen.

Diese o.g. Aussagen kennen wir alle. Natürlich gilt auch hier, diese im Kontext zu sehen. Mit diesen reinen Formulierungen drücken wir unterschwellig Angst in Form von Stress aus, ohne uns dessen bewusst zu sein. Wir ignorieren und hören selbst nicht das, was wir sagen und fühlen. Dem entsprechend hören wir auch unser Gegenüber nicht. Denn nur durch das sich selbst bewusst werden und -sein, erlangen wir Bewusstheit für unsere Umwelt. Und auch nur auf diesem Weg kann positive, persönliche und berufliche Veränderung stattfinden. Hören wir uns zu, sind wir in der Lage einen Perspektivwechsel vorzunehmen und neu zu entscheiden. Anstatt in Widerstand zu gehen, sich zu verstecken oder weg zu laufen, können wir nun die Angst an die Hand nehmen. Sie wird uns wachsam begleiten und uns im positiven unterstützen. Sie ist unser Freund, wenn wir das wollen und zulassen. Weniger Konflikte, mehr Verständnis und ein respektvoller, friedlicher Umgang machen uns den Alltag leichter. Persönliche Entwicklung und inneres Wachstum machen Erfolg unausweichlich.

„Probiere es einmal aus, beobachte dich und nimm deine Gefühle war. Schreibe diese auf und stell dir die Frage: „Wie nützlich ist es?“ Sei mutig, trau dich und mache die Angst zu deinem Freund und Weggefährten.“

Im nächsten Blog erfahrt ihr, was ihr tun könnt, um Freundschaft mit eurer Angst zu schließen.

Herzlichst eure Katja ♥